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Detlef Hüttemann
09.04.2008 13:55 Uhr

Software für Apple Leopard

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Wie neulich geschrieben, bin ich frischer Besitzer und Benutzer eines Mac's. Als Umsteiger von Windows und bekennender OpenSource-Anhänger war die Hemmschwelle die Rösser zu wechseln niedrig: Für Apple Leopard sollte ja genügend Software vorhanden sein. Doch welche Software braucht man wirklich? Und von welcher sollte man die Finger lassen?

Thunderbird

Als erstes hatte ich mir den seit Jahren vertrauten Thunderbird installiert, der auf dem Mac wie gewohnt funktioniert. Klasse! Bis ich mal testweise Mail ausprobiert hatte. Seitdem brauch ich Thunderbird nicht mehr (Sorry. So ist das nun mal.) Ein Grund dafür heißt Spotlight, die Volltextsuchmaschine von Leopard. Die durchsucht nämlich nicht nur die lokalen Festplatten (was mir nicht soviel nutzt, da alle wichtigen Daten auf einem Fileserver ruhen), sondern auch meine (IMAP)-Konten. In 10 Jahren kommen da so einige Gigabytes zusammen. Spotlight schafft es, die Messages und die Attachments zu indizieren, und findet wirklich überraschend schnell Daten und Informationen, bei denen ich unter Thunderbird ewig suchen würde. Außerdem ist die Darstellung der EMail-Verläufe deutlich sinnvoller als beim Thunderbird, und beim Klick auf das „replied“.Icon einer Mail kommt man tatsächlich auch zum Reply, und nicht - wie in Thunderbird - nur zur Originalmail. Zwar gibts in Mail keine MessageFilter, dafür intelligente Postfächer (sozusagen virtuelle Listen, basierend auf Filterregeln).

Mein Fazit: Thunderbird brauch ich nicht mehr.

FireFox

An Safari kann man sich gewöhnen, wenn man einfach nur surfen will. (Und das will man ja manchmal!). Und Safari ist (auf dem Mac) seeehr flott. Auf der Kommandozeile lässt sich auch ein brauchbares Debug Menu einblenden

% defaults write com.apple.Safari IncludeDebugMenu 1

Das kommt zwar an den FireBug nicht ran, aber immerhin. Dennoch: manche Websiten funktionieren eben nicht richtig mit dem Safari, und da nimmt man dann doch lieber den Firefox (oder Opera, den es auch für Mac gibt).

Mein Fazit: FireFox bleibt mein Standardbrowser.

Picasa

Ja, Picasa gibts leider nicht auf dem Mac! Schade! Ich verwalte nämlich am liebsten meine Bilder manuell, und da ist Picasa klasse - der will und muss nix partout in eine „Mediadatenbank“ importieren. Das iPhoto von Apple kann zwar auch überredet werden, „fremde“ Bilder anzuzeigen, aber irgendwie ist mir Picasa da lieber. Bei der Gelegenheit: Hat mich einer K***tzen gehört, als ich versuchte, unter Windows auf einem Photodrucker Bilder auszudrucken, die ungefähr dem ähnlich sehen, was man auf dem Monitor sieht? Nein? Hätte man eigentlich hören können; es gab viele Gelegenheiten dafür. Mit jedem Programm ein anderes Ergebnis, und (fast) jedes enttäuschend. Und so hatte ich auch einen Eimer parat, als ich aus iPhoto versuchte, ein Bild auszudrucken. Kurzum: den Eimer hab ich nicht gebraucht. Die Frabverwaltung und Geräteerkennung unter Mac ist einfach … super.

Mein Fazit: iPhoto tut zur Not. Wenn Google aber endlich Picasa für Mac's freigibt, bin ich einer der Ersten, der es ausprobiert.

OpenVPN

Für openvpn auf dem Mac benutzt man Tunnelblick. Ist einfach installiert, lässt sich beim Systemstart automatisch hochfahren, und hat ein süßes kleines Icon (Ein schwarzer Tunnel, dessen Ende man sieht, wenn die Verbindung steht.). VPN ist nunmehr bei mir immer aktiv.

Fink

Wer mehr (auf der Kommandozeile) braucht, als das Standard Leopard mitbringt, sollte sich Fink installieren. Fink stellt viele OpenSource-Softwarepakte für den Mac zur Verfügung und basiert auf den Debian Paketmanagern.

Interessanterweise funktioniert der Binary Installer nicht auf Leopard (Fehlermeldung: OS must be 10.4 or higher, haha!), die Installation aus den Sourcen klappt aber wunderbar. Fink installiert sich unter /sw/; wenn man die /sw/bin/init.sh in sein bash-profile einträgt, hat man automatisch alle über fink installierte Software im Pfad.

Und mit fink install paket hat man ruckzuck die Software auf dem Rechner. Den optionalen FinkCommander hab ich mir auch installiert, bin aber nicht glücklich damit. Es gibt zwar eine nette Paketübersicht; die Information, ob ein Paket auf dem eigenen System installiert ist, tut nicht.

Fazit: Fink muss rauf, FinkCommander nicht unbedingt.

OpenOffice

Ja, nach dem Thunderbird und dem Firefox war sofort OpenOffice auf dem System drauf, welches dank vorinstalliertem X11 auch tut. Allerdings muss man sich daran gewöhnen, dass die Menubar nicht OpenOffice zeigt, sondern X11 - das ist nach Eingewöhnung an Dock und Menubar irgendwann lästig. Was schlimmer ist: Der Start von OpenOffice nach Klick auf ein .odt im Dateisystem funktioniert nicht immer. Es wird zwar X11 gestartet, aber OpenOffice kommt nicht hinterher. Das nervt ziemlich. Aber zum Glück gibts ja NeoOffice, die Portierung von OpenOffice auf Mac/Aqua. Zwar ist NeoOffice ein paar Versionsnummern hinter dem aktuellen OpenOffice zurück (NeoOffice: 2.2.4, OpenOffice: 2.4), aber damit kann ich ganz gut leben.

Fazit: OpenOffice ist wieder runter, NeoOffice muss rauf

Lingon

Unter Mac/Leopard ist der Systemstart ja ziemlich anders als bei Linux/Unix. Unter Leopard heisst das Spielzeug launchd. Wer mal schnell Startscripten einrichten will, sollte sich lingon anschauen. Das ist klein und übersichtlich, und funktioniert prima.

xampp

Wer eine simple lamp box auf seinem Mac haben will, kann das mit xampp erreichen. Braucht man aber nicht wirklich; viele Systemkomponenten sind bei Leopard dabei, den Rest imstalliert man sich flink mit fink.

Fazit: Wer nicht konfigurieren kann oder will, nimmt xampp.

Google Earth

Funktioniert auf dem Mac genauso problemlos und simple wie auf Windows.

Remote Desktop Connection

Wer seiner alten Windowskiste nachtrauert, kann mit dem Microsoft Tool Remote Desktop Connection sich dran errinnern, wie schlimm das alles früher war.

Videobearbeitung

Am Windows Rechner hab ich Magix (brr) und Pinnacle (schon besser) benutzt. Auf Leopard ist iMovie dabei, und das funktioniert wirklich super. Ob es professionellen Ansprüchen genügt, kann ich nicht sagen - im Gegensatz zu der (meisten) Windowssoftware wird aber auch AVCHD problemlos verarbeitet.

Eclipse/Java

Ah,Java,Haha!

Also Eclipse läuft flüssig und rund, aber ich musste doch lachen, staunen und dann weinen, als ich feststellte, das es kein offizielles Java 6 für Apple gibt! Generell wird Java für Mac nicht von Sun bereitgestellt, sondern von Apple. Glücklicherweise kann man sich ein Developer-Preview ziehen, welches (mit unserer Software zumindest) gut klarkommt. Ach ja: Nach Jahren der Windows-Ödnis ist es ein schwer vermittelbarer Glückstaumel, wenn man ENDLICH mit Eclipse editieren und gleichzeitig mit ner richtigen Shell die Files unter die Lupe nehmen kann.

So - das wars fürs Erste. Hab ich was vergessen? Dann freu ich mich über Tipps!

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Kommentare

Ältere Kommentare

Stefan
2008/05/04 14:24

Hi Detlev, kann Dir nur voll zustimmen. Bin auch grad auf ein MacBook Pro umgestiegen. In erster Linie weil mich das Arbeiten mit Eclipse unter Windows genervt hat. Viel Spass weiterhin Gruss Stefan

Volker
2008/07/07 17:06

Hallo Detlev, iTerm und Platypus sind klasse! Gruesse aus Hamburg, Volker

Happy
2008/08/06 06:17

Hallo, Hinsichtlich OpenOffice ein Tip - mich hatte X11 beim Start auch immer genervt, also hatte ich bis vor ca. 4 Wochen auch immer mit NeoOffice gearbeitet, bis ich die neue Beta von OpenOffice 3.0 in die Finger bekam. Versuche diese mal - sie ist egal ob auf dem Mac oder dem dem PC schnell, auf dem Mac ohne X11 lauffähig und vergleichsweise zuverlässig beim Öffnen der Dateien. Beste Grüße aus Greifswald Happy :D

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